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Wissenswertes über die Malaria

 

 

Zuckermoleküle gegen Malaria

Mit freundlicher Genehmigung der  Online Redaktion Axel Springer AG

Malaria, Erkrankung bei Menschen, Affen und Vögeln, hervorgerufen durch eine Infektion mit Protozoen der Gattung Plasmodium und gekennzeichnet durch Schüttelfrost und Fieberschübe.

Malariaerreger werden beim Menschen durch Stiche von rund 60 Stechmückenarten der Gattung Anopheles übertragen. Die Krankheit tritt weltweit in den Subtropen und Tropen auf, aber auch in anderen warmen Regionen. Die Verbreitung der Malaria ging mit der Einführung von Programmen zur Schädlingsbekämpfung zurück, bei denen Insektizide eingesetzt wurden. Seit 1950 ist Malaria aus ganz Europa und dem größten Teil Mittel- und Südamerikas verbannt. 1999 infizierten sich allerdings deutsche Urlauber bei einem Strandurlaub in der Dominikanischen Republik mit Malaria; dieses Urlaubsziel galt bis dahin als malariafrei. In Afrika und Südostasien stellt Malaria jedoch auch heute noch ein großes Problem dar. Nach Angaben von 1999 leiden weltweit eine halbe Milliarde Menschen an dieser Krankheit, jedes Jahr sterben 1,5 bis 3 Millionen daran, die Hälfte davon sind Kinder unter fünf Jahren. 90 Prozent der Infizierten leben in Afrika. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit warnte 2002, Reisende seien in Ostafrika ohne Malariaprophylaxe pro Monat einem Infektionsrisiko von mindestens 1 Prozent, in Westafrika von 2 bis 3 Prozent ausgesetzt.

Beim Menschen tritt Malaria in vier verschiedenen Formen auf. Jede von diesen Formen wird durch eine andere Parasitenart verursacht. Sie haben jedoch die gleichen Symptome, nämlich Schüttelfrost, Fieber und Schweißausbrüche. Wird die Krankheit nicht behandelt, dann treten die Symptome in regelmäßigen Schüben auf. Die leichteste Form der Malaria ist die meist gutartige Malaria tertiana, deren Erreger Plasmodium vivax ist, und bei der das Fieber nach dem ersten Anfall (zu dem es meist innerhalb der ersten zwei Wochen nach einer Infektion kommt) alle zwei Tage auftreten kann. Malaria tropica, auch Tropenfieber genannt, wird durch P. falciparum verursacht und verläuft in vielen Fällen tödlich. Die Organismen, die diese Form der Erkrankung auslösen, blockieren häufig die Blutgefäße des Gehirns, was zu Koma, Delirium und schließlich zum Tod führt. Menschen, die unter Sichelzellenanämie leiden, sind teilweise vor Malaria tropica geschützt: Die Krankheit verläuft bei ihnen weniger schwer und niemals tödlich. Wie italienische Forscher 2001 in der Zeitschrift Nature berichteten, bietet auch eine in Burkina Faso auftretende Mutation weitgehenden Schutz vor Malaria. Die Mutation, bei der das Hämoglobin leicht verändert ist, tritt bei etwa 10 Prozent aller Einwohner des westafrikanischen Landes auf. Sie hat offenbar kaum nachteilige Folgen für die Betroffenen. Wer die Genvariante von beiden Eltern erbt, hat einen 93-prozentigen Malariaschutz, bei der Vererbung durch nur einen Elternteil ist das Infektionsrisiko um 29 Prozent verringert. Die Bayerische Gesellschaft für Immun- und Tropenmedizin in München berichtete 1997, es sei ein Schnelltest zur Selbstdiagnose der Malaria tropica entwickelt worden. Dazu gibt man einen Bluttropfen auf eine Testkarte und fügt Reagenzien hinzu; das Testergebnis lässt sich sofort ablesen.

Malaria quartana (Erreger: P. malariae) hat eine längere Inkubationszeit als Malaria tertiana oder Tropenfieber. Der erste Anfall tritt erst 18 bis 40 Tage nach der Infektion auf. Dann kommt es alle drei Tage zu weiteren Anfällen. Die vierte und seltenste Form der Krankheit wird durch P. ovale verursacht und verläuft ähnlich der gutartigen Malaria tertiana. Während der Inkubationszeit der Malaria wachsen die Protozoen in den Leberzellen. Einige Tage vor dem ersten Anfall befallen die Organismen die roten Blutkörperchen. Im Lauf ihrer Entwicklung zerstören sie die roten Blutzellen, was zu den typischen Fieberanfällen führt.

 

         

 

Tourismus.................das Reisen

 
Tourismus, das Reisen und die damit zusammenhängenden Aktivitäten, insbesondere die Dienstleistungsbereiche, die sich um die verschiedenen Formen des kommerziell ausgerichteten Reisens gebildet haben. Diese Formen werden vor allem von den Interessen der Reisenden bestimmt: Erholungs-, Einkaufs-, Kongress-, Geschäfts-, Bildungs- und Abenteuerreisen sowie Kuraufenthalte sind die wichtigsten Spielarten. Der Begriff Fremdenverkehr umfasst auch beruflich oder geschäftlich motivierte Reisen. Dagegen bezeichnet der Begriff Tourismus vorwiegend Reisen, die aus privaten Interessen unternommen werden, insbesondere Urlaubsreisen. In diesem Sinn entwickelte sich erst nach dem 2. Weltkrieg ein Massentourismus, der breite Bevölkerungskreise der führenden Industrieländer zu Weltreisenden machte. Basis dieser Entwicklung sind moderne Verkehrsmittel und die fortschreitende Verbilligung ihrer Nutzungspreise; besonders deutlich ist dies bei Flugreisen zu beobachten. Hinzu kommt die Kaufkraftentwicklung der Währungen dieser Länder, die Aufenthalte beispielsweise in Ländern der Dritten Welt begünstigt. Auf dieser Grundlage haben Tourismusunternehmen weltweit systematisch Urlaubsregionen erschlossen.

Mit dem Tourismus sind zahlreiche andere Wirtschafts-, Gewerbe- und Industriezweige verbunden, u. a. die Gastronomie, der Verkehr oder die Bauwirtschaft. Die Tourismusbranche zählt zu den beständigsten und dynamischsten Wirtschaftsbereichen und hat globale wirtschaftliche Bedeutung. Für das Jahr 2002 schätzte die Welttouristikorganisation WTO (World Tourism Organization) die Zahl der Auslandstouristen auf 715 Millionen (Zuwachs gegenüber 2001: 3,1 Prozent). Laut WTO beliefen sich die Deviseneinnahmen 2001 auf 439,4 Milliarden US-Dollar. Die WTO prognostizierte außerdem, dass der Tourismus zukünftig zum weltweit größten Wirtschaftszweig werden wird, also den Handel mit Erdöl oder Industrieprodukten übertreffen wird. 2001 machte der Tourismus mehr als 12,5 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts aus. Sowohl in vielen Entwicklungsländern als auch in hoch entwickelten Ländern ist er zu einer Hauptquelle für Einnahmen in fremder Währung geworden. Die Bedeutung des Tourismus als Devisenbringer sieht man deutlich am Beispiel Indiens und Thailands, wo sich der Tourismus zur größten Devisenquelle des Landes entwickelt hat. Die meistbesuchte Region der Welt ist Europa (weltweit mehr als die Hälfte aller Touristen). Frankreich ist der Staat mit den meisten ausländischen Touristen (76,5 Millionen, 2001), gefolgt von Spanien (49,5 Millionen, 2001), den USA (45,5 Millionen, 2001), Italien (39,1 Millionen, 2001), China (33,2 Millionen, 2001) und Großbritannien (22,8 Millionen, 2001). Ein starkes Wachstum zeichnet sich gegenwärtig für touristische Ziele in Südostasien (vor allem China) ab. Die Bundesrepublik Deutschland verbuchte 2002 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 338 Millionen Übernachtungen. Bevorzugt wurden dabei die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. 17,9 Prozent der Gäste kamen aus dem Ausland, vor allem aus den Niederlanden, den USA, aus Großbritannien und Italien.

Das Wachstum des Tourismus auf internationaler Ebene hat jedoch auch zu Problemen geführt, insbesondere für die gastgebenden Gesellschaften und die Umwelt. Die unkritische Akzeptanz der Vorteile des Tourismus, die bis in die siebziger Jahre vorherrschte, machte seitdem einer kritischen Betrachtung der Rolle des Tourismus in der Entwicklung Platz. Beispiele für Fehlentwicklungen sind die Übererschließung von Küstenregionen am Mittelmeer und von Gebirgsregionen in Tirol, die schlechte Planung von Ferienorten wie Pattaya in Thailand, die touristische Erschließung von Wildreservaten in Kenia und verantwortungsloses Trekking in Nepal. Die Einwohner von Urlaubsorten wurden häufig mit stark steigenden Preisen konfrontiert, die nur noch von ausländischen Touristen bezahlt werden konnten. Der Tourismus veränderte nicht selten das Verhalten der einheimischen Bevölkerung: Wo früher noch Gastfreundschaft geherrscht hatte, wurden Touristen bald als „Melkkuh” betrachtet, wurden übers Ohr gehauen oder gar Opfer von kriminellen Attacken. Gerade für Menschen aus der Dritten Welt ist Tourismus immer eine sehr einseitige Angelegenheit, da sie selbst in der Regel nie die Möglichkeit haben, in fremde Länder zu reisen. Unbestritten ist ferner, dass die Tourismusindustrie zahllose Naturschönheiten verschandelte, ja die Natur massiv schädigte (Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung, Lärmentwicklung, Müllerzeugung, Bodenversiegelung etc.).

Kulturkritiker hinterfragen die psychologische Seite des Drangs in ferne Länder. Sie konstatieren, dass vor allem für Arbeitnehmer der Urlaub unter Palmen die kostbarsten Tage des Jahres darstellt. Daraus wird ein kompensatorischer Charakter des Urlaubs und der mit ihm verbundenen touristischen Aktivitäten abgeleitet; kompensatorisch insofern, als er eine Flucht aus den modernen Arbeits- und Lebensbedingungen darstelle. Diese seien mit Hektik, Konkurrenz, Lärm und Leistungsdruck verbunden, so dass im Urlaub Bedürfnisse wie Ruhe, Erholung, unbeschwerte Geselligkeit und Naturgenuss befriedigt würden.

Heute werden wirtschaftliche Vorteile nicht mehr als einziges Kriterium für die Förderung des Tourismus gesehen. Einzelne Planer touristischer Angebote haben begonnen, sozial- und umweltverträgliche Tourismuskonzepte zu entwerfen. In steigendem Maße wird die Förderung des Tourismus mit dem Konzept der Nachhaltigkeit verbunden. Nachhaltiger Tourismus ermöglicht eine Entwicklung, ohne die Grundlagen dieser Entwicklung zu verschlechtern oder zu zerstören. Das Konzept des nachhaltigen Tourismus wird oft auch „Ökotourismus” oder „sanfter Tourismus” genannt. Es betrifft den Massen- ebenso wie den Individualtourismus.

 

 

 

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